Aktive Stipendiat:innen
Ehemalige Stipendiat:innen
Dritter Inhaber des Opernstipendiums war zwischen 2022 und 2025 Clemens K. Thomas. Für die opera stabile der Hamburgischen Staatsoper hat er mit "Dollhouse" ein Musiktheaterstück komponiert, das am 29. November 2024 zur Uraufführung gekommen ist. Parallel dazu hat er eine künstlerisch-wissenschaftliche Dissertation mit dem Titel „Eine cute Oper – Das gegenwartsästhetische Phänomen der Cuteness als kompositorische Strategie in der Oper Dollhouse" erarbeitet.
Als Komponist und Kurator erzählt Clemens K. Thomas Geschichten und verhandelt drängende Fragen unserer Zeit. Wiederkehrende Motive in seinen Werken sind die Verarbeitung unseres medialen Alltags und die nostalgische Verklärung von Vergangenheit. Damit verbunden zieht sich auch die Welt des Spiels, das Spielerische, das Spielzeug, das Instrumentalspiel wie ein roter Faden durch sein Werk, etwa in der Beschäftigung mit Cuteness oder mit Puppen.
Clemens’ Portfolio umfasst neben vokalen, instrumentalen und musiktheatralen Stücken auch raumbezogene Kompositionen, sowie installative Arbeiten. Seine Werke wurden von Musiker*innen wie dem Ensemble Intercontemporain, Patricia Kopatchinskaja, Ensemble Musikfabrik, Göttinger Symphonieorchester, Ensemble Recherche, Boglárka Pecze und den Neue Vocalsolisten Stuttgart u. a. in der Staatsoper Hamburg, im Staatstheater Braunschweig, der Cité de la Musique - Philharmonie de Paris, beim ECLAT Festival und bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik gespielt. Seine Musik wurde auf ARTE und verschiedenen Radiosendern, darunter Deutschlandfunk, SWR 2, WDR 3 und France Musique gesendet.
Clemens studierte in Freiburg Komposition bei Johannes Schöllhorn und Cornelius Schwehr. Von 2019 bis 2022 war er Artistic Manager des Ensemble Recherche Freiburg. Als freier Kurator arbeitet Clemens K. Thomas u. a. mit Ensemble Resonanz und dem Symphonieorchester Göttingen zusammen.
Natis (Hassan Aksaygın) ist Konzeptmaler mit großem Interesse an forschungsbasierten Arbeitsmethoden und war ab März 2022 Stipendiat im Bereich der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung in der Claussen-Simon-Stiftung. In seiner künstlerischen Praxis schafft, verkörpert und instrumentalisiert er verschiedene performative Künstler:innenpersönlichkeiten oder Alter Egos, die das soziale Verständnis und die Rolle von Künstler:innen als Subjekte herausfordern. Diese Alter Egos befassen sich mit verschiedenen Themen wie persönlicher oder kollektiver Erinnerung und Vergesslichkeit, spekulativer (nicht)linearer Temporalität, Gender, Postkolonialismus und neuem Materialismus.
Er promoviert an der Hochschule für bildende Künste Hamburg über kunsthistorische und zeitgenössische Alter Egos von bildenden Künstler:innen und stellt die Frage, wie und warum diese mentalen und physischen Transformationen vollzogen werden.
Lorenzo Romano war Inhaber des zweiten Kompositions- und Promotionsstipendiums der Claussen-Simon-Stiftung, der Hamburgischen Staatsoper und des Instituts für kulturelle Innovationsforschung an der Hochschule für Musik und Theater. Der Italiener, der in Florenz und Graz Violoncello und Komposition studierte, komponierte die Kammeroper „La Luna“ und verfasste eine Forschungsarbeit mit dem Titel "Embedding creative processes of remix in the chamber opera La Luna".
Am 24. Juni 2022 feierte "La Luna" Premiere an der opera stabile der Staatsoper Hamburg. Im September 2025 wurde "La Luna" in einer Neuproduktion beim Bundesakademie Junges Musiktheater in Rheinsberg aufgeführt. Dort wurde sie in Kombination mit von Lorenzo Romano arrangierten Auszügen aus "Il mondo della luna" von Joseph Haydn aufgeführt. Die Inszenierung wurde von einem jungen Regie-Team mit jungen Sänger:innen und dem Ensemble Quillo erarbeitet.
Der australische Komponist Samuel Penderbayne war Inhaber des ersten Opernstipendiums und schrieb im Auftrag der Hamburgischen Staatsoper die Oper „I.th.Ak.A“. Das Werk wurde am 6. April 2018 an der opera stabile der Hamburgischen Staatsoper zur Uraufführung gebracht. Parallel dazu promovierte er an der Hochschule für Musik und Theater über die Verbindung moderner Musikgenres mit der klassischen Kompositionstradition. Samuel Penderbayne ist Professor für Artistic Research an der MUK in Wien.